Der entscheidende Unterschied: Eine Aufgabe statt drei
Eine Pflanze, die im Frühjahr gesetzt wird, muss alles gleichzeitig leisten. Sie treibt aus, versorgt die neuen Blätter, bildet Wurzeln – und das oft, während die erste Trockenheit einsetzt. Das Wurzelwerk ist zu diesem Zeitpunkt noch klein und kann kaum nachliefern. Viele Frühjahrspflanzungen kommen deshalb nur mühsam in Gang und brauchen den ganzen Sommer über Aufmerksamkeit.
Im Herbst ist die Lage umgekehrt. Der oberirdische Teil der Pflanze stellt das Wachstum ein, die Blätter fallen oder ruhen. Die gesamte Energie geht in die Wurzel. Dazu kommen Bedingungen, die es sonst im Jahr nicht gibt: Der Boden ist von der Sommersonne noch warm, die Niederschläge nehmen zu, und die Verdunstung sinkt. Wurzeln wachsen unter diesen Umständen bis weit in den Herbst hinein – oft noch, wenn oberirdisch längst nichts mehr passiert.
Das Ergebnis zeigt sich im Frühjahr. Eine im Herbst gesetzte Pflanze startet mit einem etablierten Wurzelwerk und muss nicht erst anwachsen. Sie treibt kräftiger aus, blüht zuverlässiger und übersteht die erste Sommertrockenheit deutlich besser.
Was jetzt in den Boden gehört
Hecken und Gehölze
Sie profitieren am meisten. Von allen Pflanzen brauchen sie am längsten, um sich zu etablieren – jede Woche Vorsprung zahlt sich aus. Wer eine Sichtschutzhecke plant, sollte den Herbst nutzen: Bis zum nächsten Sommer hat sie bereits eine Saison Wachstum hinter sich. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Sichtschutz im Garten.
Stauden
Auch sie setzen wir bevorzugt im Herbst. Sie ziehen ohnehin ein, die Wurzel arbeitet weiter, und im Frühjahr stehen sie kräftiger da als jede Frühjahrspflanzung. Besonders bei Beeten, die über die ganze Saison blühen sollen, ist der Herbstansatz überlegen.
Blumenzwiebeln
Hier gibt es gar keine Alternative – sie müssen jetzt gesetzt werden, sonst gibt es im Frühjahr keine Blüte. Ein überschaubarer Handgriff mit großer Wirkung im März.
Rollrasen
Er wächst bei warmem Boden zuverlässig an. Die feuchtere Witterung nimmt einem einen Großteil der Wässerarbeit ab, die im Sommer nötig wäre.
Worauf Sie achten sollten
Gießen hört nicht auf. Der häufigste Fehler bei Herbstpflanzungen ist die Annahme, der Regen erledige das schon. Frisch Gesetztes braucht gleichmäßige Feuchtigkeit, solange der Boden offen und frostfrei ist – gerade immergrüne Gehölze verdunsten auch im Winter über die Blätter.
Der Boden entscheidet mit. Verdichtete oder staunasse Stellen sind im Herbst genauso ungeeignet wie im Frühjahr. Wo Wasser steht, hilft die beste Pflanzzeit nichts. Solche Punkte klären wir vor der Pflanzung – oft mit einfachen Mitteln.
Der Zeitpunkt hat eine Grenze. Solange der Boden bearbeitbar und frostfrei ist, kann gepflanzt werden – in Norddeutschland meist bis in den November. Je früher im Herbst, desto mehr Zeit bleibt den Wurzeln.
Nicht jede Art will in den Herbst. Einige empfindliche Gehölze setzt man besser im Frühjahr. Welche das sind, hängt von Standort und Sorte ab – das schauen wir uns im Einzelfall an.
Vom Wunsch zur Pflanzung
Wer im Herbst pflanzen will, braucht vorher einen Plan. Welche Pflanze an welche Stelle gehört, entscheidet sich über Licht, Boden, Wind und die Frage, wie der Garten in fünf Jahren aussehen soll. Genau dafür gibt es unsere Gartenberatung: Wir schauen uns Ihren Garten vor Ort an, ordnen den Bestand ein und sagen Ihnen, was sich lohnt. Auf Wunsch machen wir das Ergebnis vorab in der 3D-Gartenplanung sichtbar.
Die Pflanzarbeiten selbst übernimmt anschließend unser Team – von der Bodenvorbereitung bis zur fertigen Pflanzung. Und während wir pflanzen, machen wir den übrigen Garten gleich winterfest: Laub, letzter Schnitt, Herbstdüngung und das Einwintern der Bewässerung gehören zu unserer Herbstpflege. Wie eine solche Planung abläuft, haben wir im Beitrag zur Gartenplanung im Spätsommer beschrieben.
