Warum Blumenzwiebeln jetzt in den Boden gehören
Frühjahrsblüher brauchen den Winter. Erst eine längere Kältephase im Boden gibt der Zwiebel das Signal, im Frühjahr Blüten zu bilden. Vorher muss sie aber Wurzeln schlagen, und dafür ist der Herbstboden ideal: Er ist noch warm, und der Regen hält ihn feucht. Eine Zwiebel, die im Oktober gesetzt wird, ist bis zum ersten Frost fest verwurzelt und startet im Februar oder März ohne Verzögerung. Wer bis zum Frühjahr wartet, ist zu spät. Dann gibt es nur noch vorgetriebene Ware im Topf.
Damit gehören Blumenzwiebeln in dieselbe Saison wie Gehölze, Hecken und Stauden. Warum der Herbst für fast alle Pflanzen die bessere Pflanzzeit ist, haben wir im Beitrag Herbst-Pflanzzeit: jetzt ist der beste Moment zusammengefasst. Hier geht es um die Zwiebeln und darum, wann, wie tief und wohin sie kommen.
1Die Pflanzzeit: September bis Ende November
Gesetzt wird, sobald es die Zwiebeln im Handel gibt, und spätestens, bevor der Boden gefriert. Innerhalb dieses Fensters gibt es eine sinnvolle Reihenfolge. Zuerst kommen die frühen Blüher: Winterlinge, Schneeglöckchen, Krokusse und Narzissen möchten im September und Oktober in den Boden, weil sie früh mit dem Wurzeln beginnen und ihre kleinen Zwiebeln und Knollen beim Lagern schnell austrocknen. Tulpen folgen im Oktober und November, wenn der Boden etwas kühler ist. Das senkt das Risiko für Pilzkrankheiten wie das Tulpenfeuer.
In Norddeutschland ist das Fenster vergleichsweise lang. Die Winter rund um Oldenburg sind meist mild, der Boden friert selten vor Dezember durch. Zwiebeln, die Ende November noch im Schuppen liegen, gehören deshalb lieber in die Erde als in den Müll. Beim Einkauf gilt: Die Zwiebel soll fest und schwer in der Hand liegen. Weiche, schimmelige oder schon stark ausgetriebene Zwiebeln bleiben im Regal.
2Pflanztiefe und Abstand: die Faustregel
Die wichtigste Zahl lautet: zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist, gemessen von der Unterseite der Zwiebel bis zur Erdoberfläche. Eine Tulpenzwiebel mit fünf Zentimetern Höhe kommt also zehn bis fünfzehn Zentimeter tief, ein kleiner Krokus nur fünf bis acht. Die Spitze zeigt nach oben. Bei Knollen ohne erkennbare Spitze, etwa beim Winterling, legen Sie die Knolle einfach auf die Seite, der Austrieb findet seinen Weg.
| Zwiebel | Pflanzen | Tiefe | Abstand | Blüte |
|---|---|---|---|---|
| Winterling | Aug.–Okt. | 5 cm | 5–8 cm | Feb.–März |
| Schneeglöckchen | Sept.–Okt. | 5–8 cm | 5 cm | Feb.–März |
| Krokus | Sept.–Okt. | 5–8 cm | 5–8 cm | Feb.–März |
| Narzisse | Sept.–Okt. | 12–15 cm | 10–15 cm | März–April |
| Tulpe | Okt.–Nov. | 10–15 cm | 10–15 cm | April–Mai |
| Zierlauch | Sept.–Okt. | 10–20 cm | 20–30 cm | Mai–Juni |
Richtwerte für Norddeutschland. Tiefe ab Unterseite der Zwiebel, bei großen Sorten eher der höhere Wert.
Zu flach gesetzte Zwiebeln frieren eher durch, werden von Vögeln oder Eichhörnchen ausgegraben und zerfallen bei Tulpen schneller in viele kleine Zwiebeln, die nicht mehr blühen. Zu tief gesetzte Zwiebeln blühen später und schwächer, gehen aber selten ganz verloren. Im Zweifel also lieber etwas tiefer. Nach dem Setzen wird die Erde angedrückt und einmal gründlich angegossen, damit sie sich um die Zwiebel schließt und die Wurzelbildung beginnt.
3Standort und Boden: keine nassen Füße
Die meisten Frühjahrsblüher mögen es sonnig bis halbschattig und vor allem durchlässig. Ihr größter Feind ist nicht der Frost, sondern Staunässe. In einem Boden, in dem das Wasser im Winter steht, fault die Zwiebel, bevor sie austreiben kann. Rund um Oldenburg gibt es beides: leichte Sandböden auf der Geest, die das Wasser schnell abführen, und schwere, lehmige oder moorige Böden, in denen es länger steht. Auf schweren Böden heben wir das Pflanzloch einige Zentimeter tiefer aus und füllen drei bis fünf Zentimeter Sand oder feinen Splitt ein, bevor die Zwiebel daraufkommt. Senken, in denen sich nach Regen Pfützen bilden, sind für Zwiebeln tabu.
Für die Wirkung zählt außerdem die Anordnung. Einzelne Zwiebeln in einer Reihe sehen im Frühjahr verloren aus. Setzen Sie in Gruppen von zehn bis zwanzig Stück, mit unregelmäßigen Abständen, so wie es auch in der Natur wächst. Ein einfacher Trick: eine Handvoll Zwiebeln locker auf die Fläche werfen und jede dort setzen, wo sie liegen bleibt.

4Schutz vor Wühlmäusen
Wer schon einmal im Frühjahr vergeblich auf seine Tulpen gewartet hat, kennt das Problem. Wühlmäuse fressen Tulpenzwiebeln mit Vorliebe, Krokusse und Lilien ebenfalls. Der verlässlichste Schutz ist ein Pflanzkorb aus feinem Drahtgeflecht, der rundherum und unten geschlossen ist. Die Zwiebeln kommen gruppenweise hinein, der Korb wird so tief eingegraben, dass sein Rand knapp unter der Erdoberfläche liegt. Narzissen dagegen brauchen keinen Schutz. Sie sind giftig und werden von Wühlmäusen gemieden. In Gärten mit starkem Wühlmausbefall sind sie deshalb die sicherste Wahl.
„Sonja und Eric haben unseren Vorgarten von einer Katastrophe in einen Traum verwandelt. Tolle kreative Ideen, geduldige Planung – ein echtes Gemeinschaftsprojekt.“
Svenja Böhme · Google-Rezension5Wohin damit: Beet, Rasen und unter Gehölzen
Im Staudenbeet füllen Zwiebeln die Lücke, bevor die Stauden austreiben. Später wächst das Staudenlaub über das vergilbende Zwiebellaub und verdeckt es. Das ist der Grund, warum Zwiebeln in einer guten Pflanzplanung von Anfang an mitgedacht werden: Wer Beete neu anlegt, legt die Zwiebeln gleich zwischen die Stauden, statt später mit dem Pflanzholz zwischen den Wurzeln herumzustochern.
Im Rasen sind Krokusse unschlagbar, vor allem der Elfenkrokus. Mit einem Zwiebelpflanzer wird ein Erdkern herausgestochen, die Zwiebel eingesetzt und der Kern wieder aufgesetzt. Bei größeren Flächen lässt sich die Grasnarbe auch mit dem Spaten aufklappen und nach dem Setzen wieder andrücken. Wichtig ist der Mähplan im Frühjahr: Der erste Schnitt muss warten, bis das Krokuslaub vergilbt ist, meist bis Ende April. Wer das nicht möchte, setzt die Krokusse in eine Ecke, die später gemäht werden darf.
Unter Gehölzen blühen Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und Narzissen, bevor die Bäume und Sträucher ihr Laub austreiben. Sie bekommen also genau dann Licht, wenn sie es brauchen, und ziehen sich zurück, sobald es schattig wird. Wer im Herbst ohnehin neue Gehölze setzt, kann die Frühblüher gleich in die Pflanzfläche ringsum legen. Wie die Gehölzpflanzung selbst abläuft, steht im Beitrag Gehölze, Hecken und Stauden fachgerecht setzen.
Verwildern oder jedes Jahr neu?
Nicht jede Zwiebel kommt gleich zuverlässig wieder. Krokus, Narzisse, Schneeglöckchen und Winterling verwildern: Sie bilden Brutzwiebeln, säen sich zum Teil selbst aus und werden mit jedem Jahr mehr. Vorausgesetzt, man lässt ihnen nach der Blüte Zeit und mäht oder räumt nicht zu früh. Unter einem alten Baum entsteht so in einigen Jahren ein Teppich, der ohne Zutun jedes Frühjahr wiederkommt.
Gartentulpen sind dagegen oft nach ein bis drei Jahren erschöpft, gerade auf feuchten, schweren Böden. Sie zerfallen in kleine Zwiebeln, die nur noch Blätter treiben. Es gibt zwei Wege. Entweder Sie behandeln die großblumigen Sorten wie eine Saisonpflanze und setzen sie jeden Herbst neu, das ist bei Kübeln und Beeten am Haus der übliche Weg. Oder Sie greifen zu botanischen Tulpen, also Wildtulpen und ihren Sorten. Sie sind kleiner, blühen früher und bleiben an sonnigen, durchlässigen Stellen über Jahre.
Lasagne im Kübel: drei Blühwellen in einem Topf
Auch ohne Beet lässt sich ein Blütenmeer anlegen. Bei der Lasagne-Pflanzung kommen die Zwiebeln in Schichten in einen Kübel. Ganz unten liegt eine Drainage aus Blähton oder Kies, darüber Erde. Dann folgen die großen Zwiebeln, die am tiefsten sitzen und am spätesten blühen, etwa Tulpen oder Narzissen. Darüber eine Schicht Erde und mittelgroße Zwiebeln wie Traubenhyazinthen, ganz oben die Krokusse. Im Frühjahr blühen die Schichten nacheinander von März bis Mai.
Damit der Kübel gut über den Winter kommt, sollte er ein Abzugsloch haben, auf Füßen stehen und nicht im Dauerregen. An einer geschützten Hauswand friert der Topf nicht vollständig durch. Was Kübelpflanzen im Winter sonst noch brauchen, steht in Garten winterfest machen.
Nach der Blüte: Laub stehen lassen
Der häufigste Fehler passiert im Frühjahr, nicht im Herbst. Sobald die Blüte vorbei ist, wird das Laub abgeschnitten, weil es unordentlich aussieht. Dabei braucht die Zwiebel genau diese Blätter, um Kraft für das nächste Jahr einzulagern. Lassen Sie das Laub stehen, bis es gelb wird, in der Regel etwa sechs Wochen. Binden Sie es auch nicht zusammen. Verblühte Tulpen und Narzissen dürfen dagegen abgeknipst werden, damit die Pflanze keine Kraft in die Samen steckt. Ein wenig Kompost im Frühjahr reicht als Nahrung.
Genau diese Arbeiten fallen in Gärten mit unseren Pflegepaketen nebenbei mit an: Wir wissen, wo die Zwiebeln liegen, mähen um die Krokusinseln herum und räumen das Laub erst, wenn es eingezogen ist.
Blumenzwiebeln in der Pflanzplanung
Am meisten Wirkung haben Zwiebeln, wenn sie Teil eines Plans sind und nicht der Restposten aus dem Baumarkt. In unserer Gartenplanung legen wir für jedes Beet fest, was wann blüht: Zwiebelblüher im Frühjahr, Stauden und Rosen im Sommer, Gräser und späte Stauden im Herbst. So gibt es von Februar bis November immer etwas zu sehen, und die Zwiebeln bekommen ihren Platz dort, wo ihr Laub später verdeckt wird. Wenn Sie in diesem Herbst ohnehin pflanzen, ist das der beste Moment, die Zwiebeln gleich mitzudenken.



