Die Ausgangslage: Rasen und ein gerader Weg
Sonja hat den alten Zustand auf der Baustelle so beschrieben: „Wir hatten eigentlich nur eine große Rasenfläche und einen Weg, der schnurgeradeaus nach hinten ging." Ein Garten, den man auf einen Blick komplett sieht, ohne dass es etwas zu entdecken gibt. Der Wunsch der Kunden war ein Garten mit mehreren Räumen: eine geschützte Terrasse unter einer Pergola, geschwungene Beete, Höhenunterschiede, die den Garten gliedern, und ein Blick von der Terrasse, der nicht an der Hecke endet.
Der Ehrlichkeit halber: Vom Garten, wie er vorher war, gibt es kein Foto – die Kamera war erst dabei, als der Bau schon lief. Die Bilder hier zeigen deshalb den Rohbau und die fertigen Bauteile, nicht das klassische Vorher und Nachher.
Schritt 1: Planen – den Garten sehen, bevor er gebaut wird
Bei einer Gartenneuanlage dieser Größe wird nichts auf der Baustelle entschieden. „Wir haben hier von Beginn an mit einer hochprofessionellen 3D-Planung gearbeitet", sagt Sonja. „Mehrere Termine mit dem Kunden, Bestandsaufnahme, Wünsche. Und dann ein dreidimensionaler Flug durch den eigenen Garten." Die Kunden wussten vor dem ersten Spatenstich, wie ihr Garten am Ende aussieht: wo die Pergola steht, wie hoch die Mauern werden, wie der Weg sich durch die Beete zieht. Die Planung simuliert sogar verschiedene Tageszeiten, sodass sichtbar wird, wo im Spätsommer der Schatten länger liegt als im Hochsommer.
Das ist kein Luxus, sondern die Grundlage dafür, dass Bauzeit und Budget halten. Änderungen kosten am Bildschirm einen Klick, auf der Baustelle einen Tag. Wie unsere 3D-Gartenplanung abläuft und warum der Spätsommer der beste Zeitpunkt ist, damit zu beginnen, haben wir im Beitrag zur Gartenplanung im Spätsommer beschrieben.

„Was jetzt gemacht wird, sieht man im Frühjahr."
Ein Garten wie dieser entsteht nicht in einer Woche. Zwischen dem ersten Beratungstermin und der letzten Staude liegen Monate: Planung, Freigabe, Materialbestellung, Bau, Pflanzung. Wer im Frühjahr in einem fertigen Garten sitzen will, muss im Herbst davor angefangen haben – oder besser noch im Herbst davor geplant und im Winter gebaut haben. Die Bauphase stört im Herbst und Winter am wenigsten, und die Pflanzung fällt genau in die Zeit, in der Gehölze und Stauden am besten anwachsen. Deshalb vergeben wir die Bautermine für 2027 jetzt, und deshalb lohnt sich das Gespräch in diesen Wochen mehr als im April.
Schritt 2: Bauen – Höhen, Kanten, Mauern
Erst die Höhen, dann alles andere
Das erste Gerät auf der Baustelle war kein Bagger, sondern ein Rotationslaser. Er steht auf einem Stativ und gibt eine exakte Höhenlinie über den ganzen Garten, die das Team mit einem Empfänger an jeder Stelle abgreifen kann. Eric erklärt es auf der Baustelle so: Mit dem Laser und dem Empfangsteil werden die Höhen genau eingemessen, denn wird etwas zu tief gebaut, fließt das Wasser hinterher genau dorthin. Terrasse, Wege, Mauerkronen und Beetkanten bekommen so von Anfang an ihre richtige Höhe und ihr Gefälle, damit Regen vom Haus weg fließt und nirgendwo steht.
Granit in Doppelreihe, in Beton gesetzt
Das auffälligste Gestaltungselement im Rohbau ist ein großes Rondell aus Granitpflaster. Eric erklärt, warum die Steine nicht einfach in Sand liegen: „Hier im Hintergrund seht ihr, wie wir Granit in Doppelreihe in Beton setzen. Warum setzen wir den in Beton? Damit es einfach dauerhaft stabil bleibt und der Stein sich fest einbettet und nicht kaputt gehen kann. Damit fassen wir das Beet ein, und außen kommt dann nochmal Rollrasen hinzu." Die Doppelreihe ist breit genug, dass später die Mähkante funktioniert, und die Betonbettung sorgt dafür, dass in zehn Jahren kein Stein kippt.

Mauern, die Höhen abfangen
Der Garten hatte ein Gefälle, das vorher niemand bemerkte, weil der Rasen es einfach mitmachte. Bei einer Gestaltung mit Terrassen und Beeten muss es aufgefangen werden. „Die unterschiedlichen Höhen haben wir im Garten mit Mauern abgefangen, Blocksteine übereinander verklebt, die dem Ganzen dann auch einen richtig natürlichen Touch geben", heißt es beim Rundgang über die Baustelle. Die Mauern sind niedrig genug, um nicht zu trennen, und hoch genug, um Räume zu bilden: Von der Terrasse aus sieht man nicht mehr den ganzen Garten auf einmal, sondern eine Ebene nach der anderen.
Mähkanten für den Rasenroboter
Ein Detail, das man auf Fotos übersieht, aber jede Woche spürt: die Beetkanten. „Das finden wir wieder hier in den Mähkanten der Beete, Granit zweireihig verlegt, fest verbaut, damit am Ende der Rasenroboter drüber kommen kann." Wo Rasen und Beet mit einer bündigen Steinkante getrennt sind, mäht der Roboter bis an den Rand, und niemand muss mit der Schere hinterher. Solche Entscheidungen fallen in der Planung, nicht beim Bau: Wer den Roboter erst nach der Fertigstellung kauft, hat oft Kanten, die er nicht erreicht.
Pergola und Terrasse
Im hinteren Teil des Gartens steht die neue Pergola auf einer hellen Terrassenfläche, eingefasst von der Blocksteinmauer. Sie ist der Punkt, von dem aus die Kunden ihren Garten künftig anders sehen als von der Hausterrasse: nach vorn über die Beete zum Haus statt vom Haus aus über den Rasen. Was beim Terrassenbau und beim Wegebau zu beachten ist, haben wir auf den jeweiligen Leistungsseiten zusammengefasst.
Schritt 3: Die Bepflanzung kommt zuletzt
Erst wenn Mauern, Terrasse und Kanten stehen, kommen die Pflanzen. „Und schlussendlich, was kommt in die Beete? Stauden, kleine Gehölze, Rosen – das, was den Garten am Ende bunt und blühfreudig macht", so das Fazit beim Rundgang. Einige Gehölze waren während der Bauphase bereits vor Ort und lagen eingeschlagen bereit, darunter Hortensien, die später „im Blütenmeer" stehen sollen, wie Sonja es formuliert. Der Blick von der Terrasse geht dann nicht mehr über eine leere Fläche, sondern durch mehrere Räume aus Beeten, Mauern und Wegen.

Dass die Pflanzung in den Herbst fällt, ist bei diesem Zeitplan kein Zufall, sondern Absicht. Der Boden ist noch warm, die Pflanzen wurzeln bis in den November ein und starten im Frühjahr durch. Wie wir Gehölze, Hecken und Stauden Schritt für Schritt in den Boden bringen, zeigt unser Beitrag Jetzt wird gepflanzt; warum der Herbst die beste Pflanzzeit ist, steht im Beitrag zur Herbst-Pflanzzeit.
Beete, die über die ganze Saison blühen
Die Neuanlage schafft die Voraussetzung dafür, was viele sich von ihrem Garten wünschen: Beete, in denen von März bis November immer etwas blüht. Das entsteht nicht durch möglichst viele Pflanzen, sondern durch ein System. Kleine Gehölze wie Hortensien oder Rosenstämmchen bilden das Gerüst, das auch im Winter Struktur gibt. Dazwischen stehen Stauden, die sich in der Blütezeit abwechseln: Zwiebelblüher im Frühjahr, Storchschnabel und Rosen im Sommer, Gräser und späte Stauden im Herbst. Bodendecker schließen die Lücken und halten den Boden feucht.
Damit das über Jahre funktioniert, müssen drei Dinge zusammenpassen. Der Standort: Ein Beet, das die 3D-Planung als Schattenlage zeigt, bekommt andere Pflanzen als das Rondell in der Sonne. Der Boden: Mit Kompost aufgebessert, hält der sandige Boden der Region Wasser und Nährstoffe deutlich besser. Und das Wasser: Wer eine Neuanlage baut, verlegt die Leitungen für eine spätere Bewässerung gleich mit – nachträglich heißt es, fertige Beete wieder aufzugraben. Was beim Wässern sonst zählt, lesen Sie im Beitrag zur Bewässerung im Garten. Und wo die Hecke als Rahmen dient, gehört sie mit in den Plan: Welche Hecke zu welchem Garten passt, steht im Beitrag zum Sichtschutz im Garten. Steht schon eine, die über die Jahre zu groß geworden ist, kann sie ab dem 1. Oktober wieder kräftig zurückgeschnitten werden – das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39) schützt brütende Vögel mit einer Schonzeit vom 1. März bis zum 30. September.
Das Ergebnis: vom Rohbau zum fertigen Garten
Wenige Wochen nach dem Rundgang über die Baustelle ist der Garten fertig. Der Rollrasen liegt, die Trittplatten führen in einer lockeren Linie vom Haus zum Rondell und weiter zur Pergola, die Beete sind mit Stauden, Gräsern und kleinen Gehölzen bepflanzt. Was im Rohbau noch Sand, Schnur und Granitkante war, ist jetzt ein Garten, der von der Hausterrasse und von der Pergola aus zwei verschiedene Bilder zeigt.



Was ein solches Projekt braucht
Vor allem einen Ablauf, der nicht abgekürzt wird: Beratung vor Ort, Bestandsaufnahme, 3D-Planung mit mehreren Terminen, Freigabe, Bau, Pflanzung. Jeder Schritt baut auf dem davor auf – die Mauerhöhe hängt am Laser, die Mähkante am Roboter, die Pflanzung am Boden. Und das Ganze braucht Zeit, die man einplanen muss. Wer 2027 in einem neuen Garten sitzen will, beginnt jetzt mit dem Gespräch: Die Bautermine für das kommende Jahr werden in diesen Wochen vergeben.



